Poker ist mehr als nur ein Glücksspiel

Die Theorie, dass das Pokerspiel zu dem Glücksspielen zählt, gehört zu den bekanntesten Fehlurteilen überhaupt. Das Spiel fordert eine Kombination, die aus Geduld und Taktik besteht, hierzu gehören auch mathematische und psychologische Kenntnisse.

Die Popularität des Spiels könnte mit dem Sieg von Herrn Heinz in Deutschland noch größer werden. Der junge Mann aus Deutschland ging nach Amerika, um an der Poker-WM teilzunehmen und dies ist nicht nur für die Amerikaner, die Poker lieben, eine Faszination. Er hat den amerikanischen Traum, vom Tellerwäscher zum Millionär wahrgemacht und verfügt noch zudem über einen religiösen Vornamen, der zu Wortspielen animiert.

Das Einstiegsgeld von 10.000 Dollar machte den Studenten auf einen Schlag schwerreich und er setzte sich gegen rund 7.000 Konkurrenten durch, um das Preisgeld von 6,3 Millionen Dollar mit nach Hause zu nehmen. Dieses Ereignis belebt den Pokersport wieder, dies ist die Meinung der Fachleute und auch der Spielbank im hessischen Wiesbaden. Wenn man sich ein Bild von der globalen Pokerbeliebtheit machen möchte, muss man dies historisch tun.

Die Wurzeln dieses Spiels, dass dem Schach in seiner Härte nichts nachsteht, und bei dem jeder Fehler fatale Konsequenzen nach sich zieht, sind nicht klar. Geschichtswissenschaftler vermuten die Wiege des Spiels in China, im Iran oder auch in ägypten. Die Neuzeit sagt, dass das Pokerspiel mit 53 Karten aus dem Amerika des 19. Jahrhunderts in New Orleans zustande kam, also eher in Frankreich anzusiedeln ist. Die Wildwestfilme aus Hollywood verliehen dem Spiel sein bekanntes Image, bei dem Cowboys mit ihren Karten im verrauchten Salon und bei schwachem Licht an den Tischen sitzen und einer von ihnen hin und wieder sein Leben durch eine Pistole aushaucht.

Diese Art des Pokerns ist längst untersagt. Der Film "Cinncinnati Kid und der Pokerkönig", bei dem Steve McQueen mit von der Partie ist, zeigt deutlich, dass dieses Spiel mit 5 Karten in der Hand und dem einzigen Erwerb neuer Karten alles binnen kurzer Zeit zum Verlust werden lassen kann. Berufsspieler kamen dadurch auf den Trichter, neue Versionen festzulegen, hier sollten fixe Spieleinsätze zum Einsatz kommen, bei Herrn Heinz waren es bei der WM lediglich 10.000 Dollar an Startgeld, doch nicht mehr.

Die bekannteste Variation ist das "Texas Holdem", hier sind zwei Karten unsichtbar auf der Hand als Basis und fünf davon liegen auf dem Tisch. Mit ihnen wird ein Blatt zusammengestellt, dabei wird Reihenfolge der Hände in Bezug auf den "Straight Flush" nach unten in keiner Form mehr geändert. Ende des letzten Jahrtausends ging der erste Pokertisch online und somit war das heute sehr rentable Online Pokerspiel entstanden. Vor zehn Jahren wurde die große Plattform "PokerStars" ins Leben gerufen, für die auch der bekannte Tennisspieler Boris Becker europaweit Werbung macht.

Die neue Richtung der Pokerbranche war der Mai 2003. Bei der Poker-WM kam ein amerikanischer Spieler mit rund 40 Dollar Einsatz zur WM und erspiele zweieinhalb Millionen Dollar. Der passende Name "Moneymaker" ist dabei sein richtiger Name. Hiermit war die Mauer gefallen und zahlreiche Spieler wollten es ihm gleich tun, für den virtuellen Markt eine wichtige Sache. Fernsehsender in den Vereinigten Staaten brachten Wettkämpfe live im Fernsehen und Pokershows, wie es auch in der TV-Total Pokernacht im deutschen Fernsehen der Fall ist.

Die Pokerbranche unterteilt sich in die Verlierer und die noch weniger vorhandenen Sieger. Die Annahme, das Poker den Glücksspielen zuzuordnen ist, ist ein bekannter Irrtum. Das Spiel geht bei Turnieren manchmal ein paar Tage lang und es sind über zweieinhalb Millionen Blattmischungen bekannt.

Das Spiel verlangt Geduld, strategisches Vorgehen, Menschenkenntnis, Miteinbeziehung von Körper und Geist, nervliche Stärke und Gelassenheit. Nach Ansicht der Fachleute kommen höchsten 30 Prozent hier dazu. Herr Ivey ist der beste Beweis dafür. Der 45 Jahre alte Spieler gehört zu den größten der Welt und konnte schon acht wertvolle Siegerarmbänder aus Gold holen.

Er war viele Male bei großen Turnieren im Endspiel dabei und gewann dabei noch Geld, dies geht üblicherweise an ein Zehntel dieser Spieler. Ivey soll 300 Millionen Dollar schwer sein, was schwerlich nur mit einem glücklichen Händchen zu bewerkstelligen ist.

Doch auch er wird mit dem bekanntesten Zitat aus der Pokerwelt beschrieben, das von der Pokerlegende Herrn Brunson stammt, er sagt, dass man Poker in fünf Minuten lernen kann, doch ein ganzes Leben dafür nötig ist, um es wirklich zu können.

geschrieben am 30.11.2011 von Tanja Eberhardt


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