Poker ist rechtlich ein Glücksspiel

Das Kartenspiel Poker erfreut sich in der heutigen Zeit nicht nur großer Beliebtheit, sondern sorgt auch an vielen Stellen immer wieder für Diskussionen. Bei den Diskussionen geht es hauptsächlich darum, ob Poker tatsächlich als Glücksspiel bezeichnet werden kann oder ob es sich bei dem Kartenspiel nicht vielmehr um ein Geschicklichkeitsspiel handeln könnte.

Viele Experten gehen davon aus, dass beim Pokerspiel Geschick von Nöten ist, um tatsächlich erfolgreich sein zu können. Dies war auch der Grund, warum ein Betreiber einer Pokerschule vor Gericht zog, um mit entsprechenden Argumenten das Gericht davon zu überzeugen, dass es sich beim Poker um ein Geschicklichkeitsspiel handelt. Bisher gilt Poker in Deutschland als Glücksspiel und auch in diesem Fall entschied das Gericht, dass der Rechtsstatus weiterhin bestehen bleibe. Allerdings wurde in diesem Verfahren die Berufung zugelassen, vielleicht ist also das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen.

Das Verfahren des Betreibers der Online-Pokerschule begann bereits im September 2013. Der Betreiber stellte beim Regierungspräsidium Karlsruhe einen Antrag, um Texas Hold em Poker und Pot-Limit Omaha als Geschicklichkeitsspiel anbieten zu dürfen. Der Antrag wurde abgelehnt und der Pokerschulenbetreiber zog vor das Verwaltungsgericht Karlsruhe. Auch hier wurde der Antrag zu Beginn des Jahres abgelehnt und nun wurde die Entscheidung veröffentlicht. Die Argumente des Klägers, dass die zufällige Verteilung der Karten nur eine untergeordnete Rolle spielen würde, fruchteten vor Gericht nicht.

Für das Gericht war der Fakt, dass die Karten beim Pokerspiel zufällig ausgegeben werden, bei der Entscheidung maßgebend. So könne ein geschickter Spieler aus einem schlechten Blatt keine guten Karten zaubern, ebenso hätte ein wenig geschickter Spieler die Chance, sich dank eines guten Kartenblatts gegen erfolgreiche Spieler am Pokertisch durchzusetzen. Das Gewinnen oder Verlieren beim Kartenspiel Poker würde nach der aktuellen Gerichtsentscheidung aufgrund mehrerer Faktoren eindeutig vom Zufall abhängen. Durch die Zulassung der Berufung von Seiten des Gerichts ist es dem Kläger nun möglich, weitere Argumente zusammenzutragen und das Gericht in der Berufung vom Gegenteil, nämlich davon, das Poker ein Geschicklichkeitsspiel ist, zu überzeugen.


geschrieben am 10.08.2015 von Jessica Neumann


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