Ivey vs. Crockfords - größtes Gerichtsverfahren in der Geschichte britischer Casinos steht bevor

Seit dem Frühjahr 2013 rumort es ganz gewaltig zwischen Phil Ivey und Crockfords, dem ältesten britischen Casino. Es geht um ganze 7,8 Millionen Pfund. Gewinne, die Ivey vorzuenthalten werden. Diese hat er nicht etwa beim Pokern sondern beim Punto Banco gewonnen. Nun hat Ivey Klage eingereicht.

Hintergrund des Rechtsstreits ist folgender; Ivey erhielt anstelle der 7,8 Millionen Pfund nur eine Millionen Pfund. Das Casino scheint seinen Gewinn anzufechten, da dieser in angeblich unlauter Methode zustande kam.

Phil Ivey war in Begleitung einer Gewissen "Kelly". Während dem Punto Banco fragte Ivey mehrfach nach, die Decks nach einer gewissen Zahl gespielter Hände auszutauschen. Eine Bitte, der das Casino nachkam. Was ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war: Iveys Begleiterin Kelly hielt nach Designfehlern bzw. Unregelmäßigkeiten auf den Rückseiten der Karten Ausschau ... und fand diese.

Dabei ging es vor allem darum, die in diesem Spiel taktisch wertvollen Karten zu erkennen und solche Decks zu bevorzugen, in denen diese klar erkennbar waren. Diese Technik ist als "Edge Sorting" bekannt, da es sich um Unregelmäßigkeiten an den Kanten handelt, die gewisse Karten preisgeben können.

Das Ganze hätte dem Casino eigentlich spätestens dann spanisch vorkommen müssen, als Kelly insistierte, dass die Karten nach und nach umgedreht werden sollen. Und zwar immer am vom Dealer am weitesten entfernten Rand. Dies diente sicherlich dazu, um den Rückrand klar erkennen zu können und diesen Vorteil später zu nutzen. Nachdem Kelly so einige Schlüsselkarten identifizieren konnte, bewegte sie den Dealer, das Deck in einer Art und weise zu rotieren, sodass sich automatische eine Sortierung stärkerer und schwächerer Karten ergab. Damit war das Fundament für ein sehr profitables Spiel gelegt.

Dass man Ivey keinen wirklichen Betrug im eigentlichen Sinne vorwerfen kann, muss dem Casino ja wohl irgendwo klar sein. Ansonsten würde man kaum versuchen, sich mit einer Millionen aus der Affäre zu kaufen. Zumal man Ivey jeden Wunsch erfüllt und ihm so selbst zugearbeitet hat. Wahrscheinlich tat man es als eine Extravaganz eines Spielers mit sehr viel Geld ab. Dumm nur, dass doch mehr dahinter steckte. Es würde mich überraschen, wenn Ivey diesen Prozess nicht gewinnt.

geschrieben am 23.09.2013 von Fabian Fehrmann


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