In den USA scheiden sich bei Online Poker die Geister

Viele fragen sich, ob der Gewinn beim Pokerspiel Fortuna oder den Fähigkeiten des Spielers geschuldet ist.

Ein Bundesgericht in New York urteilte vor Kurzem, dass das Talent maßgeblich dafür ist, wer das Pokerspiel für sich entscheidet.

Diese Entscheidung bestärkt die Betreiber, welche mit einer Erlaubnis von virtuellem Glücksspiel in den Vereinigten Staaten rechnen. Dazu gehören das Spieleunternehmen "Zynga" und der Casinobetreiber "Caesars Entertainment", welche auf gerne auf dem rentablen Markt Fuß fassen möchten.

Der Richter urteilte vor Kurzem, dass der Beklagte, ein Elektrohändler, nicht wider das Verbot von Glücksspiel gehandelt hat. Der Herr hielt in seinem Lagerhaus Pokerveranstaltungen ab. Der Richter begründete seine Entscheidung damit, dass beim Pokerspiel Glück nicht das maßgebende Gewicht hat, was bei Roulette oder Spielautomaten durchaus der Fall ist. Erstmals urteilte ein Bundesgericht unmittelbar im Bereich des Pokerspiels.

Bislang setzten sich lediglich ein paar Staaten mit diesem Thema auseinander, was auch verschiedene Resultate hervorbrachte. In den letzten Jahren erlangte das Spiel besonders durch das World Wide Web große Beliebtheit und auch große Wettkämpfe können im TV angesehen werden. Nach Informationen des Unternehmens "H2 Gambling Capital" wurden vor zwei Jahren schon mehr als 20 Milliarden Dollar durch virtuelles Pokerspiel eingenommen; wobei die rechtliche Position der Betreiber nicht genau festgelegt ist.

2011 gingen die Bundesbehörden massiv gegen die Betreiber vor, dadurch sank der Umsatz in 2012 auf 3,5 Milliarden Dollar. Hierbei wurden die drei namhaftesten Internetseiten auf Eis gelegt und 11 Manager mussten sich vor der Justiz verantworten. Der Richterspruch hat keine direkte öffnung des obengenannten Marktes zur Folge, denn die Gesetze des Bundes und der Staaten verhindern dies.

Ungeachtet dessen ist dies für den Staat, der gegen Online Poker vorgeht, ein Schlag ins Gesicht, so nennen es die juristischen Fachleute und Insider der Branche. Sie gehen davon aus, dass nun eine kohärente und erlaubte "Spielfläche" im Bereich Poker auf die Beine gestellt wird. Der Leiter des Branchenverbandes "Pokers Players Alliance" sagte, dass das Urteil klar macht, dass man das Pokerspiel nun anders anfassen muss, wie es bei anderen Spielen der Fall ist.

Der Richter stellte einen Vergleich unterschiedlicher Spiele auf. Das Schachspiel erfordert reines Können und ist ein Spiel, bei dem man schon vorher jeden potentiellen Zug kennt. Schach kann als Spiel gedeutet werden, bei dem das Können enorm wichtig ist. Die Sportarten Bridge, Golf und auch Poker definiert er mehr als Können denn als Glück.

Laut ihm ist beim Pokerspiel den Spielern nicht bekannt, was Fortuna für sie bereithält, was auch auf Bridge zutrifft. Das Glück hat auch Einfluss auf zahlreiche Sportarten, zu denen auch Golf gehört. Keiner würde in Frage stellen, dass Golf und Bridge den Geschicklichkeitsspielen zuzuordnen sind.

Die Sportwetten, Black Jack und auch Würfelspiele bestehen für ihn aus mehr Glück als Talent. Jemand der wettet und ein breites sportliches Wissen hat, hat die Möglichkeit, das Resultat von Wettkämpfen besser zu prognostizieren. Sein Können hat hier keinen Einfluss auf das Ergebnis des Spiels; beim Pokern verhält es sich anders. Die Spielautomaten, Roulette, Bakkarat und Lotto bestehen aus purem oder beinahe purem Glück.

Zahlreiche Staaten verfügen über eine Gesetzgebung, welche es den Betreibern mehr oder minder unmittelbar verbieten, Einsätze für Wetten auf dem virtuellen Weg oder persönlich zu akzeptieren. Ein Bundesgesetz beinhaltet vergleichbare Limitierungen. Die Betreiber, deren Internetseiten 2011 wegen dieser Gesetzgebung auf Eis gelegt wurden, erzielten in der Zwischenzeit einen Vergleich mit dem Ministerium für Justiz.

Nur im Bundesstaat Nevada sind momentan Konzessionen für Pokerseiten zu bekommen. Ein Statistikfachmann unterstützte vor Gericht die Verteidigung. Er sagte, dass er mehr als 400 Millionen Kartenverteilungen des Betreibers "PokerStars" ausgewertet hat. Hierbei hat die Vorgehensweise eines Spielers einen Einfluss auf die Summe, welche mithilfe einer speziellen Kombination von Karten erspielt oder verloren wird, der für die Statistik wichtig ist.

Der Richter hielt in seiner Begründung für das Urteil fest, dass ungeachtet dessen, dass er von den Thesen den Statistikers überzeugt ist, die Regierung noch Gesetze gegen das organisierte Verbrechen oder andere Gesetze verwenden kann.

Damit sollen unerlaubte Betreiber gefasst werden; diese Option wäre auch für Bundesstaaten anwendbar.


geschrieben am 31.08.2012 von Fabian Fehrmann


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