Hat die Poker-Weltmeisterschaft ihren Zenit überschritten?

Der bekannte Pokerprofi Phil Ivey ist dieses Jahr nicht bei der WSOP dabei, da FullTilt die Schulden bei den Spielern noch nicht beglichen hat.

Jetzt übt auch die Pokerbranche in Deutschland Kritik an der Poker-Weltmeisterschaft. Eddy Scharf, ein Pokerspieler aus Köln, machte seinem Unmut über die Weltmeisterschaft Luft.

Diese sei nicht mehr das, was sie einmal war, denn vor 10 Jahren habe der Spieler 10.000 Dollar entrichtet, aber das Geld kam wieder zurück. Mittlerweile erhält der Organisator 6 Prozent des Geldes. Scharf nimmt zwar an der WSOP teil, aber zufrieden ist er nicht.

Er möchte bei diesem Wettkampf Gewinne machen, doch für ihn ist diese Veranstaltung so etwas wie Urlaub. Er ist der zweite deutsche Inhaber eines Bracelets bei der WSOP und 2001 sowie 2003 heimste er je zweimal das Bracelet ein. 2004 erspielte er stolze 275.000 Dollar.

Rang 15 ist für so manchen Pokerspieler erstrebenswert doch der Kölner Profi sagte, dass es zwar gut ist, einen solchen Platz zu erlangen, aber man kommt sich wie ein Versager vor, wenn man nicht die Nase vorn hat.

Auch der Medienzirkus und der neue Spielertypus sagen ihm nicht zu. Die jungen Pokerspieler sind aggressiver. Sie sind sich zwar im Klaren darüber, was zu tun ist, aber es mangelt an Achtung vor dem Poker, so der Kölner. Er ist der Ansicht, dass etwas dabei herausspringen sollte und stärkt Ivey so den Rücken.

Doch leider sieht die Realität anders aus, die Spieler haben keine Struktur und jedem ist das Hemd näher als der Rock. Somit ist auch das Wettkampfprinzip hinfällig. Wenn man eine Menge Geld erspielt hat und nicht mehr spielen will, dann geht man in die Ferien.

Der Kölner vermisst die WSOPs in den 1970ern. Damals sei man noch etlichen bekannten Gesichtern begegnet, heute ist kaum jemand da, den man kennt. In dieser Zeit hat man den Spielern sehr viel geholfen, was heute nicht mehr der Fall sei.

Jeder ist der Ansicht, dass die Anwesenheit des Fernsehens den Bekanntheitsgrad der Pokerspieler steigert, doch Scharf sieht das nicht so. Diese sei nur für die Organisatoren hilfreich, für die Teilnehmer aber nicht.

Als er sein Bracelet vor 10 Jahren erspielt habe, bekam er im Jahr darauf gratis ein Hotelzimmer. Heutzutage gibt es nur einen Essensgutschein in Höhe von 10 Dollar.

Nach seiner Meinung ist dies für die Teilnahmegebühr von 5.000 Dollar für die WSOP nicht angemessen.

geschrieben am 04.07.2011 von Jessica Neumann


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