Geschäftsführer von "FullTilt Poker" muss mit hoher Haftstrafe rechnen

Dem Leiter des Betreibers für virtuelles Pokerspiel, "FullTilt Poker", wird vorgeworfen, Nutzer um stolze 350 Millionen Dollar betrogen zu haben. Da er eine Gefängnisstrafe von 145 Jahren zu erwarten hat, zeigte er Reue.

Er verabschiedete sich wie ein Diplomat und nicht wie ein potentieller Betrüger um Millionen, der nun hinter Gitter wandert. Man hat alles dafür getan, damit die Nutzer ihr Geld wiederbekommen. Der Geschäftsführer sagte, dass seine Ankunft in den Vereinigten Staaten zu diesem Vorgang gehört, dies sagte er seinen Angestellten. Er erklärte auch, dass er nach New Yorker Zeit wieder telefonisch und per Mail erreichbar ist.

Bei der vorgesehenen Landung klickten aber wenig später die Handschellen. Der Geschäftsführer muss mit einem stolzen Gefängnisaufenthalt von 145 Jahren rechnen und bezeichnete sich vor dem Haftrichter als unschuldig. Die Verhaftung des Mannes ist bis jetzt die größte Maßnahme der amerikanischen Behörden gegen den Bereich der virtuellen Spielstätten.

Die Anbieter der Seiten, die oft nicht ganz legal von Steuerparadiesen aus tätig waren, stellten in den letzten Jahren eine starke Konkurrenz für die lizenzierten Casinos auf dem sehr rentablen Markt für Glücksspiele dar. Der obengenannte Geschäftsführer spielte als Gründer, Inhaber und Leiter des Unternehmens bis dato eine wichtige Rolle. Der obenstehende Betreiber stellte bis vor etwa 12 Monaten den zweiten Platz im Bereich des globalen Online Pokers dar.

Das Unternehmen konnte zahlreiche Kunden verbuchen, welche auch aus der Bundesrepublik kamen und die Seite nutzten, um gegeneinander um Bares zu pokern. Der Sender "Sport1" sendete die entsprechenden Wettkämpfe und übertrug auch Werbung des Betreibers, bis die Internetseite letztes Jahr auf Eis gelegt wurde. Die amerikanische Justiz leitete einen Prozess wegen Betrugs, Geldwäsche und Hinterziehung von Steuern ein.

Die Ermittler beschuldigen den Betreiber, dass er wie ein weltweites Schneeballsystem gearbeitet hat und die Spielergelder direkt für den Betrieb des Anbieters verwendet hat, anstatt diese wie vereinbart auf gesonderte Konten zu buchen."FullTilt Poker" hat bei den Spielern weltweit 350 Millionen Dollar Schulden, dies sagte die Justiz im Zuge der Verhaftung des Geschäftsführers. Das Unternehmen konnte seinen Kunden die Gelder nicht wieder geben.

Dies könnte auch damit begründet sein, dass der Geschäftsführer und sein Mitbesitzer nach Meinung der Staatsanwaltschaft das meiste Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet haben sollen, dies sollen laut den Ermittlern mehr als 430 Millionen Dollar sein. Die Verbindlichkeiten bei älteren Kunden haben die Geschäftsführer mit den Geldern neuer Kunden gezahlt, so die stellvertretende Chefin des FBI in New York.

Diese Art von Schneeballsystem läuft nur, wenn genügend neue Anmeldungen bei der Pokerseite eingehen. Aber der Aufschwung des virtuellen Pokerspiels auf globaler Ebene ist seit dem rigorosen Einschreiten der amerikanischen Behörden stark gesunken. In den letzten 12 Monaten ging die Nutzung solcher Seiten um etwa 23 Prozent zurück.

Der Geschäftsführer sagt, dass ihm klar ist, dass viele Leute nun nicht gut auf ihn zu sprechen sind und er kennt den Grund dafür. Er ist der Ansicht, dass man nun einen sehr langen Weg beendet hat und er möchte Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit die Nutzer ihr Geld wiederbekommen.

Doch wie dies bewerkstelligt werden soll, ist noch nicht klar. Die Gespräche bezüglich eines Erwerbs der "überbleibsel" des Betreibers durch die Nummer Eins im virtuellen Poker, "PokerStars", sind so gut wie beendet, sagte der Geschäftsführer seinen Angestellten. Die Leitung von "FullTilt Poker" macht seit über einem Jahr regelmäßige Ankündigungen, dass nun Investoren mit dabei sein werden; doch keine dieser Ankündigungen wurde realisiert.

Die Konkurrenz des Betreibers ist weiterhin fleißig dabei, neue Nutzer zu gewinnen. "PokerStars", das als Aushängeschild den einstigen Tennisspieler Boris Becker hat, investiert ungeachtet der Skandale immer noch in die Sendung "Die TV-Total Pokerstars-Nacht", welche auf ProSieben läuft. In der zweiten Hälfte des Jahres 2012 möchte man drei neue Sendungen produzieren, so ein Sprecher des Senders.

Die Zahl der Zuschauer ist nach wie vor sehr gut.

geschrieben am 13.07.2012 von Fabian Fehrmann


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